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Jürgen Rompf verstorben

Jürgen Rompf 2018 in Hamburg (Foto: Vicky Douka)

Ein großer Freund Griechenlands hat uns verlassen. Am 17.01.2019 verstarb nach kurzer Krankheit unser lieber Freund und Vorstandsmitglied der VDGG Jürgen Rompf, Vorsitzender der POP in Köln. Seit dem Jahr 2015 war er Beauftragter des Vorstands unserer Vereinigung für Internet und Presse und hat sich seitdem in vorbildlicher Weise um die Aktualität unserer Internetseite gekümmert. Deshalb wurde er 2018 in den Vorstand gewählt, damit seine Fähigkeiten auch den anderen Mitgliedern der Vereinigung zu Gute kommen können.

Wir haben einen immer freundlichen, engagierten und hilfsbereiten Menschen verloren, der seine Fähigkeiten stets zum Wohl und zur Vertiefung der deutsch-griechischen Beziehungen eingesetzt hat. Seine Hilfsbereitschaft wird uns fehlen und wir werden ihn nie vergessen.

Dr. Sigrid Skarpelis-Sperk, Euthymia Graßmann-Gratsia, Günter Leußler,
Dietrich Hunold, Michal Riedel, Vicki Douka, Bernhard Vester

Ihre Kondolenzschreiben schicken Sie bitte an die Geschäftsstelle der VDGG. Wir werden die Briefe gesammelt an den Bruder des Verstorbenen weiterleiten.

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Hier die Würdigung von Niki Eideneier, ehemalige Vorsitzende der POP und Gründungsmitglied der Gesellschaft Griechischer AutorInnen in Deutschland:

Jürgen Rompf, der Unermüdliche

Er war zum guten Freund geworden, dem man absolut vertrauen konnte. Er kam als Zuschauer und bald war sein Interesse an der Arbeit der Deutsch-Griechischen Gesellschaften und des Dachverbands echt und wahrhaftig. Und gleich fühlte er in sich eine Verantwortung, sein Interesse in Aktivität umzumünzen und mit Rat und Tat dabei zu sein. Ich bin nicht genau informiert, ob er irgendeine Funktion bei den verschiedenen Veranstaltungen des Verbands gehabt hat, aber das ist nicht wichtig. Er holte sich aus den Sitzungen und den Gesprächen in den Pausen nicht nur Informationen, sondern auch viele Anregungen für seine eigene Vereinsarbeit und bildete sich gleichzeitig eine eigene Meinung. Er war nicht laut und dachte auch mehr für sich und in sich. Selten berichtete er über die Arbeit des Verbands, aber er bewunderte offensichtlich die Möglichkeiten, die die Vielfalt der Teilnehmer eröffnete für eine konstruktive Arbeit und Zusammenarbeit für die deutsch-griechischen Beziehungen. Woran ihm auch am meisten lag. Seine intensivste Sorge und das wunde Thema seines Lebens in diesen Beziehungen war die dauerhafte Trauer um Distomo, das Märtyrerdorf in Böotien, dessen gesamte Bevölkerung völlig grundlos, nicht etwa während eines Krieges, sondern zur Stunde einer fröhlichen Hochzeit, von den Nazis auf bestialische Weise massakriert wurde. Das hat ihn nie in Ruhe gelassen, und er hat alle seine Kräfte, soweit vorhanden, unermüdlich eingesetzt, um die Erinnerung daran wachzuhalten und dem Frieden zu dienen.

Er wurde geboren in Gusternhain/Hessen und starb in der Intensivstation des Universitätsklinikums Düsseldorf nach wochenlangen intensiven Therapieversuchen der Ärzte. Woran eigentlich? Einmal haben die Ärzte gesagt, er habe an und in seinem Körper so viele Baustellen, dass man nicht wisse, wo man anfangen und wo man aufhören könnte! Wir, seine Freunde, hatten die Hoffnung nicht aufgegeben. Er wird ´s schaffen. Er möchte leben, gut die Ärzte! Aber der Wille eines Menschen erschüttert Berge… Leider, es hat nicht gereicht. „Er ist erlöst“, sagen wiederum andere. Ja, das ist wahr. Das wäre kein lebenswertes Leben mehr geworden. Auch richtig. Aber ist das ein Trost?

Jürgen war der geborene Gutmensch mit der richtigen Bedeutung des Wortes. Er konnte nicht Nein sagen und machte alles mit einem naturgegebenen Perfektionismus, der manchmal hinderlich war für ihn selbst. Aber wer kann schon die Menschen ändern! Er war dafür so liebeswürdig, dass man auch zu ihm kaum Nein sagen konnte. Also war er ein echter Freund, und, übrigens, ein sehr interessanter Mensch. Und wenn man ihn etwas näher kennengelernt hatte, konnte man wunderbar mit ihm diskutieren, im Guten streiten und sich wieder einigen, denn er war unglaublich gutmütig. Er liebte die Kunst, vor allem die Kunst der Fotographie, er liebte die Literatur, der er, fast heimlich, auch mit eigenem Tun diente, und wusste auch genau, dass auch die Digitalisierung mit allen ihren Instrumenten zur Kunst werden kann.

All das ist nun Vergangenheit. In unserer Gegenwart aber wird Jürgen immer präsent bleiben und im lieben Gedenken.

Niki Eideneier