">


Presseerklärung der Vereinigung der Deutsch-Griechischen Gesellschaften

Mit Abscheu und Empörung hat die Vereinigung der Deutsch-Griechischen Gesellschaften (VDGG) die am 27. März 2009 getroffene Entscheidung des Oberlandesgerichtes Athen zur Kenntnis genommen, mit der der notorische griechische Neonazi Kostas Plevris letztinstanzlich vom Vorwurf der Volksverhetzung freigesprochen wurde. Noch am 13. Dezember 2007 war Plevris wegen der in seinem Machwerk „Juden – die ganze Wahrheit“ geäußerten antisemitischen Hetztiraden von einem Athener Gericht zu 14 Monaten Gefängnis (auf Bewährung) verurteilt worden. Jetzt darf, mit dem Segen des OLG in Athen , in Griechenland jeder mit Plevris die Juden Untermenschen nennen, die Nationalsozialisten für die Judenverfolgung loben und Hitler dafür tadeln, dass er in Europa noch zu viele Juden übrig gelassen hat. Man darf, in Griechenland, die Hoffnung äußern, dass das Konzentrationslagers Auschwitz in gutem Zustand erhalten werde, weil es ja noch einmal gebraucht werden könne.

Die letztinstanzliche Entscheidung des OLG Athen ist ein Urteil, das in ganz Europa Empörung auslösen wird und für das Ansehen der griechischen Justiz ein Problem darstellt: Wir rufen daher alle für die Aufsicht der unabhängigen griechischen Justiz zuständigen Gremien und Persönlichkeiten dazu auf, das Urteil zu prüfen, deutlich öffentlich zu kommentieren und angemessene Aufsichtsschritte einzuleiten. Es darf nicht sein, dass der Name der griechischen Justiz durch ein solches einzelnes Schandurteil in Europa und in der Welt in Verruf gerät.

 

Im Namen der VDGG

die Präsidentin: Dr. Sigrid Skarpelis-Sperk

die Vizepräsidentin: Euthymia Gratsia-Grassmann Bonn, den 30.3.2009